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Herausforderungen
Verantwortung übernehmen


Es ist Ende Januar 2012: Die Maturitätsarbeiten sind abgegeben und präsentiert; die Schüler/-innen unserer Abschlussklassen steuern Richtung (Berufs-) Maturität und sollten gemäss Bildungsartikel 5 bald reif sein für den Start an einer (Fach-) Hochschule. Zudem sollten sie befähigt werden, später in der Gesellschaft anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen.


Anfang 2012 – unsere Gesellschaft steht vor wichtigen Herausforderungen, und viele sogenannte Experten sehen wenig Positives auf uns zukommen. Zerfällt die EU? Gehen ganze Staaten pleite? Wie sind die Chancen für Alt und Jung auf dem Arbeitsmarkt? Wie steht es um unsere Renten? Kann die Energieversorgung sichergestellt werden? Müssen wir lernen, auf Teile unseres Wohlstands zu verzichten?


Politische und soziale Konflikte sind vorprogrammiert und neue Lösungsansätze gesucht. Die Gesellschaft braucht Individuen, die kompetent sind und ein Bewusstsein für das Kollektiv entwickelt haben. Starke und gebildete Persönlichkeiten ja, profitorientierte Egoisten nein. Wir alle schätzen unsere persönlichen Freiheiten, im Beruf, in der Ausbildung und im Privatleben. Doch meine eigene Freiheit endet dort, wo ich das Wohl meiner Mitmenschen gefährde. Unser Leben besteht aus Pflichtprogramm und Kür, Spielräumen und Spielregeln, Grundlagenfächern und Ergänzungsfach, Klassenarbeiten und Maturitätsarbeit, mir und meiner Klasse, mir und dem Lehrerkollegium.


Freiheiten beanspruchen kann nur, wer bereit ist, Mitverantwortung für seine Handlungen zu tragen – ein Grundpostulat der Existentialisten, das wir stets umsetzen sollten: Bankmanager, Politiker und Arbeitnehmer für die globalen Herausforderungen, Schüler, Lehrer und Eltern für ein optimales Bildungsklima. In der Klasse, im Lehrerzimmer, in der Familie, im Freundeskreis oder im Sportverein: Ich kann nicht nur Ansprüche erheben und gleichzeitig die Verantwortung und somit die Schuld immer auf andere abschieben.


Anspruchsvolle Aufgaben in der Gesellschaft übernehmen – ein wertvolles Bildungsziel, das wir anstreben, vor allem jetzt, zu Beginn des Jahres 2012.


Claudio Cavicchiolo, Prorektor


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